Bestattungsinstitut Ursula Braun

Sarglager-Überführungen im In-und Ausland / Erledigung sämtlicher Formalitäten

Was tun im Trauerfall

 

Am Todestag

 

  • Sterbeurkunde (vom Standesamt) notwendig. Bei Selbsttötung oder ungeklärtem Unfalltod muss die Polizei informiert werden (übernimmt meist der Arzt).
  • Den Arzt informieren und vom Arzt bzw. Krankenhaus den Totenschein ausstellen lassen. Er enthält Todesursache und Todeszeitpunkt und ist für die  engsten Angehörigen informieren und weitere Schritte besprechen/notieren.
  • Die wichtigsten Unterlagen des/der Verstorbenen suchen: Personalausweis, Geburtsurkunde; bei Verheirateten die Heiratsurkunde, bzw. das Familienstammbuch und Urkunden zu Lebensversicherung(en) und Sterbegeldversicherung.
  • Verfügungen und Verträge des/der Verstorbenen für seinen/Ihren Todesfall suchen: Testament, Verfügung über die Art der Beisetzung und Trauerfeier, Vorsorgevertrag mit Beerdigungsinstitut.
  • Pfarrer informieren, falls eine Aussegnung gewünscht wird.
  • Bestattungsinstitut auswählen und engagieren. Gesprächstermin vereinbaren.
  • Gespräch(e) mit dem Mitarbeiter des Bestattungsinstituts;
    dazu am besten einen guten und bedachten Freund/Freundin oder Angehörigen mit dabei haben, der dann das Wichtigste notiert und darauf achtet, dass die Kosten im Rahmen bleiben bzw. dass nichts unnötig Teures für die Bestattung vereinbart wird..
     
    • * Termin für Beerdigung ubzw. Trauerfeier vereinbaren.
    • * Art der Beerdigung und Ablauf/Gestaltung der Beerdigung/Trauerfeier besprechen. Achten Sie auf mögliche Verfügungen des Verstorbenen (z. B. zur Art der Bestattung).
    • * Sarg bzw. Urne auswählen (dabei nach den Preisen fragen!).
    • * Besprechen, ob eine Anzeige in die Zeitung soll und welchen Inhalt sie haben soll. Wollen Sie z. B. wirklich den Beerdigungszeitpunkt veröffentlichen? Jeder Zeitungsleser weiß dann, wann niemand bei Ihnen zu Hause ist.
    • * Wenn wenig Blumen gewünscht werden, klären, an welche Organisation ggf. Spenden gegeben werden sollen. Bankverbindung der Organisation ermitteln.
      Wenn Geld knapp ist, bitten Sie ruhig um Geld für die Beerdigung an Stelle von zu vielen Blumen oder Kränzen.
    • * Besprechen, wie die Traueranzeigen aussehen sollen, die verschickt werden und wieviele davon gebraucht werden.
  • + Beantragung der Auszahlung von Lebensversicherung(en) oder Sterbegeldversicherung, falls vorhanden. Je nach Vertrag muss die Lebensversicherung innerhalb von 24 bis 72 Stunden über den Todesfall informiert werden, um keine Probleme mit der Auszahlung des Geldes zu bekommen(!).
  • Mit dem eigenen Arbeitgeber klären, ob und wieviel Sonderurlaub man als Angehöriger in diesem Fall bekommt; Sonderurlaub für die Beerdigung beantragen; wenn nötig zusätzliche Urlaubstage beantragen.
  • Falls der Todesfall im Krankenhaus stattfand, den Inhalt des Nachtschränkchens und des Kleiderschranks mitnehmen, ggf. Schmuck aushändigen lassen.
  • Wenn der Verstorbene alleinstehend war:
    • Warmwasserbereiter (Boiler) und Heizkörper ausschalten oder bei Frostgefahr auf Frostschutz (Schneeflockensymbol) bzw. Stufe 1 stellen.
    • Haustiere (Hund, Katze, Fische, Vogel, ...) versorgen und in andere Hände geben.
    • Falls Sie Sorge haben, dass Unbefugte Schlüssel zur Wohnung des Verstorbenen besitzen und sich dort ohne Erlaubnis betätigen könnten: Wecheln Sie das Türschloss aus.

 


Am Folgetag

 

  • * Mit dem Pfarrer Termine für Beerdigungs(vor)gespräch und Beerdigung vereinbaren.
  • * Sterbefall beim Standesamt melden. Zuständig ist das Standesamt, in dessen Einzugsgebiet der Todesfall eintrat (§ 32 PStG).
    Vorzulegen sind: Personalausweis des/der Verstorbenen, Totenschein sowie bei Ledigen die Geburtsurkunde; bei Verheirateten die Heiratsurkunde, bzw. das Familienstammbuch.
    Das Standesamt stellt die Sterbeurkunde und Kopien von ihr aus. Für die Rentenversicherung(en) und Pensionskassen (Betriebsrente oder Zusatzversicherung) gibt es spezielle Exemplare der Sterbeurkunde.
  • * Falls eine Sterbegeldversicherung vorhanden ist, die Auszahlung beantragen.
  • Umschläge für die Traueranzeigen beschriften, Briefmarken kaufen, Anzeigen kuvertieren und versenden.
  • Überlegen, wer zur Beerdigung eingeladen wird, ob es danach noch einen Kaffee oder ein Essen gibt, und wer am Essen teilnehmen soll. Gaststätte/Restaurant dafür aussuchen und Tisch/Raum reservieren. Ggf. Skizze für den Weg vom Friedhof zum Restaurant anfertigen und kopieren.
  • Überlegen, wer während der Beerdigung auf die Wohnung acht gibt, oder wer falls nötig Kinder und Haustiere betreut.
  • Wenn der Verstorbene alleinstehend war:
    • Elektrogeräte ausschalten und Stecker ziehen, damit sie keinen (Standby-) Strom verbrauchen.
    • Kühlschrank und Spülmaschine leeren, ausschalten und offen(!) stehen lassen. Stecker von Wasserkocher, Mikrowelle, Fernseher usw. aus der Steckdose ziehen. Wasserhähne für Waschmaschine und Spülmaschine schließen.
    • Verdorbene oder abgelaufene Lebensmittel entsorgen, verderbliche Lebensmittel einer baldigen Verwendung zuführen.
      Nachsehen, wo außerdem noch ungekühlte Lebensmittel oder Abfälle gelagert sein könnten.
    • Filter aus der Kaffeemaschine und Reste aus der Espressomaschine nehmen, Müll aus dem Haus bringen.
    • Feuchte Wäsche zum Trocknen aufhängen, schmutzige Wäsche waschen oder entsorgen.
    • In einer beheizten Wohnung die Temperatur herunter regeln, aber ausreichend lüften, damit kein Schimmel entstehen kann.
    • Pflanzen versorgen und in andere Hände geben.
    • Im Winter prüfen, dass Heizkörper und Warmwasserbereiter (Boiler) so viel Wärme liefern, dass sie nicht einfrieren können. Dieser Aufwand an Energie ist viel billiger als eine spätere Reparatur von Schäden.
    • Haupthahn für Wasser zudrehen.
  • Terminkalender des Verstorbenen durchsehen, geplante Termine absagen (Arzt, Zahnarzt, Krankengymnastik, geplante Reise, Kur, Friseur, Vereinssitzungen usw.).


Generell gilt:

  • Sammeln Sie alle mit dem Sterbefall zusammenhängenden Unterlagen, Rechnungen und Quittungen möglichst vollständig und übersichtlich sortiert! Vieles davon wird später noch gebraucht. Es ist sinnvoll, dafür einen neuen Ordner anzulegen.
  • Lassen Sie sich im Gewirr des Augenblicks nichts aufschwätzen. Holen Sie in Zweifelsfällen eine Person Ihres Vertrauens hinzu.
    Was Ihnen einfällt, notieren, nur bei den wirklich ganz eiligen Sachen ein "A" davor schreiben und diese Punkte dann zuerst erledigen.
  • Lassen Sie sich von Niemandem unter Druck setzen! Entspannen Sie sich so gut es in dieser Situation noch geht:
    • Für den Verstorbenen ist gar nichts mehr eilig.
    • Für die Hinterbliebenen ist nur sehr Weniges (z. B. die Meldung an die Lebensversicherung des Verstorbenen) eilig.
    • Sie müssen in dieser Situation keinen "guten Eindruck" machen.
      Sie dürfen trauern.

 



In den ersten drei Tagen

 

  • Beerdigungsgespräch mit dem Pfarrer: Einzelheiten für die Beerdigung vereinbaren, eventuell Bibelvers und Lieder festlegen. Klären, was in der Ansprache über den Toten gesagt werden sollte und auch was nicht gesagt werden soll.
  • + Arbeitgeber des Verstorbenen informieren. Bei Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten bestehen eventuell Rentenansprüche gegenüber der betrieblichen Unfallversicherung oder der Berufsgenossenschaft.
    Falls es beim Arbeitgeber üblich ist, dass er Beileidsbekundungen in der Tages- oder Firmenzeitung veröffentlicht, ihm sagen, ob man damit einverstanden ist, oder es ihm (z. B. aus Datenschutzgründen) verbieten.
  • + Beantragung des Übergangsgelds für die Witwenrente, falls ein Anspruch besteht. Nicht nur Frauen haben einen Anspruch auf Witwenrente; es gibt auch umgekehrt einen Anspruch auf Witwerrente.
    Wenn der verstorbene Partner selbst Rentner war, wird er gleichzeitig bei der entsprechenden Rentenversicherung abgemeldet.
  • + Ggf. Beantragung der Auszahlung einer Unfallversicherung, falls der Todesfall durch einen Unfall verursacht wurde und eine solche Versicherung bestand.
  • Wenn der Verstorbene arbeitslos oder Hartz IV Empfänger war, muss die entsprechende Behörde informiert werden. Überzahlte Beträge müssen zurückgezahlt werden. Geben Sie dieses Geld also nicht aus(!), sondern legen Sie es vorübergehend auf einem Konto, z. B. als Tagesgeld an.
  • Es sollte klar sein, wo die aktuellen Bank-Pin-Nummern, Transaktionsnummern und Computer-Passwörter zu finden sind.
    Es ist auch zu hoffen, dass der hinterbliebene Ehepartner oder ansonsten einer der Erben eine "Vollmacht über den Tod hinaus" zumindest für das Girokonto hat. Auch damit ist es noch schwierig genug, wenn nach Meldung des Todesfalls bei der Bank keine online-Überweisungen, sondern nur noch Belege, bzw. persönlich abgegebene Überweisungen akzeptiert werden.
  • Überprüfen Sie die Daueraufträge bei der Bank: Zweck, Betrag, nächster Ausführungstermin. Einge Daueraufträge müssen geändert werden, andere müssen gelöscht werden. Vor dem Löschen aber notieren, was an wen gezahlt wurde (Name, Konto, BLZ), und wann die jeweils letzte Zahlung erfolgte!
    Überprüfen Sie auch, was in den letzten Monaten vom Konto des Verstorbenen abgebucht wurde. Informieren Sie die Abbucher über den Todesfall, darüber, dass keine weiteren Abbuchungen akzeptiert werden, und dass weitere Zahlungen nur gegen Rechnung erfolgen.
  • Vorsicht vor Betrügern und „Bauernfängern“: Keine unbekannten Personen in die Wohnung lassen! Nichts unterschreiben oder kaufen, was nicht wirklich nötig ist! Lernen Sie "Nein" zu sagen.
    Keine zweifelhaften Rechnungen bezahlen, die nach Erscheinen der Todesanzeige eintreffen. Gegebenenfalls eine Vertragskopie verlangen und die dortige Unterschrift überprüfen.
  • Wenn der Verstorbene alleinstehend war und zur Miete wohnte:
    • Klären, ob die Wohnung weiter benötigt wird, oder ob der Mietvertrag gekündigt werden soll. Wenn die Wohnung nicht weiter benötigt wird; klären, wann die Wohnung geräumt sein muss (dazu § 563, § 563a und § 564 BGB).
      Auch nach einem Todesfall gilt die gesetzliche Kündigungsfrist, d. h. die Kündigung muss spätestens zum 3. Tag eines Monats erfolgen, sonst kann erst im Folgemonat gekündigt werden, und das bedeutet für die Erben einen Monat länger Miete zahlen.
      Der Umfang einer eventuellen Renovierung muss mit dem Vermieter abgesprochen werden, und die Arbeiten müssen durchgeführt werden.
      Man sollte mit dem Vermieter verhandeln, ob man wegen des Härtefalles "Tod" möglicherweise bereits früher, als die gesetzliche Kündigungsfrist es vorsieht, aus dem Mietvertrag kommen kann, da er ja den Vorteil hat, diese Wohnung nach einer raschen Renovierung bereits früher auf dem Wohnungsmarkt zu einer höheren Miete anbieten zu können.